Pressemitteilung zum Opferfest (Eid al-Adha) – 27. Mai 2026
Aufruf zum gesellschaftlichen Zusammenhalt!
Am Mittwoch, den 27. Mai 2026, begehen Musliminnen und Muslime im Land Bremen und auf der ganzen Welt das Opferfest (Eid al-Adha). Als eines der wichtigsten Feste im islamischen Kalender bildet es zugleich den feierlichen Höhepunkt der jährlichen Pilgerfahrt (Haddsch). In diesem Jahr möchten wir das Fest zum Anlass nehmen, um die tiefe religiöse Verwurzelung unserer gesellschaftlichen Verantwortung in den Mittelpunkt zu stellen.
Das Opferfest geht auf die Hingabe und das unerschütterliche Gottvertrauen des Propheten Abraham zurück. Doch das rituelle Opfer (Kurban) ist weit mehr als ein historisches Symbol – es ist ein direkter, tief in unserer Religion verwurzelter Handlungsauftrag zur Solidarität. Im islamischen Verständnis ist das gesellschaftliche Miteinander keine Nebensächlichkeit, sondern eine Kernforderung des Glaubens. Der Dienst am Mitmenschen ist untrennbar mit dem Dienst an Gott verbunden.
Die Tradition unseres Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) lehrt uns unmissverständlich: "Derjenige ist kein wahrer Gläubiger, der sich satt isst, während sein Nachbar neben ihm hungert." Dieses theologische Fundament verpflichtet uns als Musliminnen und Muslime, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unseren Städten Bremen und Bremerhaven aktiv mitzugestalten und Verantwortung für unsere Mitmenschen zu übernehmen.
Diese gelebte Verantwortung zeigt sich ganz praktisch in den Festtagen: Das Fleisch des Opfertieres wird traditionell in drei Teile geteilt – für die eigene Familie, für Verwandte und Freunde sowie für bedürftige Menschen in der Nachbarschaft, völlig unabhängig von deren Herkunft oder Religion. Das Teilen ist somit ein göttliches Gebot und zugleich ein starkes Zeichen gegen Egoismus und gesellschaftliche Spaltung.
In diesen gesegneten Tagen richten wir unsere Gedanken auch weit über die Landesgrenzen hinaus. Unsere besonderen Bittgebete gelten den Pilgerinnen und Pilgern in Mekka: Wir beten darum, dass Allah ihre Haddsch annimmt und sie wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren.
Ebenso erfüllt es uns mit großem Stolz, dass zahlreiche unserer Gemeindemitglieder ihre Feiertage fernab der eigenen Heimat verbringen. Sie sind ehrenamtlich in dutzenden Ländern weltweit unterwegs, um im Namen von Hilfsorganisationen die gespendeten Opfertiere an die Ärmsten der Armen, an Geflüchtete und Waisen zu verteilen. Dieser unermüdliche Einsatz zeigt eindrucksvoll, dass unsere Barmherzigkeit und Solidarität keine Grenzen kennen.
Gerade in Zeiten, in denen das gesellschaftliche Klima oft von Krisen und Abgrenzung geprägt ist, verstehen wir Musliminnen und Muslime unsere Religion als Brücke. In unseren Moscheegemeinden wird dieses Bewusstsein Tag für Tag durch soziale Initiativen, Nachbarschaftshilfe und Spendenaktionen mit Leben gefüllt.
Mein besonderer Dank gilt in diesen Tagen den vielen Ehrenamtlichen in unseren Moscheegemeinden und Vereinen. Sie setzen unsere religiösen Werte von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit unermüdlich in Taten um. Ihr Engagement ist eine tragende Säule für das friedliche und solidarische Zusammenleben in unserer vielfältigen Hansestadt.
Das Opferfest ist ein Fest der offenen Türen und der ausgestreckten Hände. Wir laden alle Bremerinnen und Bremer herzlich dazu ein, an der Freude dieses Tages teilzuhaben, miteinander ins Gespräch zu kommen und Brücken des Verständnisses zu stärken.
Im Namen der Schura Bremen wünsche ich allen Musliminnen und Muslimen ein gesegnetes, friedvolles und freudiges Opferfest.
Eid Mubarak - Möge Allah unsere Gebete, unser Fasten und unsere guten Taten annehmen.


